Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Gliederung 

Gliederung des MAD

Das Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst befindet sich in der Konrad-Adenauer-Kaserne in Köln und gliedert sich in fünf Abteilungen. Dabei ist die Abteilung Zentrale Aufgaben für zentrale truppendienstliche Führungs- und Unterstützungsaufgaben zuständig. Für fachliche Unterstützungsaufgaben und den Einsatz bestimmter nachrichtendienstlicher Mittel ist dies die Abteilung I. Die Abteilung II ist für die nachrichtendienstlich-operativen Aufgaben im Inland verantwortlich, während die Einsatzabschirmung Auftrag der Abteilung III ist. Die Abteilung IV ist für die Mitwirkungsaufgaben im Geheim- und Sabotageschutz zuständig.

Die über das Bundesgebiet verteilten acht MAD-Stellen erfüllen Ermittlungs- und Beratungsaufgaben im Auftrag der fachlich zuständigen Abteilungen des BAMAD. Die Präsenz des MAD in der Fläche ist Voraussetzung für die zur Informationserlangung notwendigen engen Kontakte zu Bundeswehrdienststellen und zu anderen Sicherheitsbehörden sowie für die schnelle Reaktionsfähigkeit bei Vorkommnissen, aus denen Ermittlungs- oder Beratungsbedarf resultiert. Der Militärische Anteil bei der Akademie für Verfassungsschutz (MilA AfV) ist ebenfalls Teil des MAD. Dort werden seit dem Jahr 2000 die MAD-Angehörigen gemeinsam mit Angehörigen der zivilen Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern aus- und weitergebildet. Bis 2019 soll der Dienstpostenumfang des MAD von aktuell circa 1.200 Dienstposten, wovon etwa zwei Drittel militärisch und ein Drittel zivil zu besetzen sind, auf circa 1.400 Dienstposten anwachsen.

Regionalbereiche der MAD-Stellen

Abteilung ZAufg - Zentrale Aufgaben

Die Abteilung Zentrale Aufgaben nimmt zentral sowohl technische als auch nichttechnische Unterstützungsaufgaben für den gesamten MAD wahr.

Hierzu zählen:

  • die Personalbearbeitung, der Personaleinsatz sowie die Gewinnung von militärischem und zivilem Personal
  • die organisatorische und materielle Absicherung, unter Berücksichtigung der besonderen Sicherheitsbelange des MAD als Nachrichtendienst
  • die Planung und Steuerung MAD-fachlicher und allgemeinmilitärischer Ausbildung
  • die logistische Unterstützung des Dienstes haushalterische Angelegenheiten
  • der sichere und stabile Betrieb der Informationstechnologie des MAD
  • die nachrichtendienstlich-technische Unterstützung des MAD

Abteilung I - Grundsatz, Recht, nachrichtendienstliche Mittel

Die Abteilung I erbringt zentral und abteilungsübergreifend fachliche Unterstützungsleistungen für alle Fachabteilungen des BAMAD. Zu diesen Aufgaben zählen:

  • die Bearbeitung aller aufgabenbereichsübergreifenden Grundsatz- und Rechtsfragen
  • die federführende Bearbeitung parlamentarischer Angelegenheiten und Anfragen
  • das Verbindungswesen, d.h. die Pflege der Kontakte des MAD zu in- und ausländischen Nachrichtendiensten und Sicherheitsbehörden
  • die Herausgabe von Publikationen für die Truppe
  • die pressefachliche Ansprechbarkeit des MAD die Bearbeitung zentraler Auskunftsersuchen / gesetzlicher Konsultationsverfahren
  • die Sicherstellung und Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben im MAD
  • der Einsatz des nachrichtendienstlichen Mittels "Observation"
  • die konzeptionelle Weiterentwicklung des MAD
  • die Beantragung und Durchführung von Beschränkungsmaßnahmen zur Telekommunikationsüberwachung sowie die Kontrolle von Brief- und Postsendungen, sogenannte „G 10-Maßnahmen“

Abteilung II - Extremismus- / Terrorismus- / Spionage- und Sabotageabwehr

Der Auftrag der Abteilung II umfasst die Extremismus- und Terrorismusabwehr sowie die Spionage- und Sabotageabwehr. Dort wird im Inland der nachrichtendienstliche Kernauftrag des MAD erfüllt. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben arbeitet diese Abteilung eng mit den Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder, dem Bundesnachrichtendienst, den Staatsschutzbehörden sowie mit ausländischen Nachrichtendiensten zusammen. Zudem führt und bewertet die Abteilung II die Abschirmlage zur Gefährdung des Geschäftsbereichs BMVg durch Extremismus/ Terrorismus und Spionage/ Sabotage. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Beurteilung der Militärischen Sicherheitslage der Bundeswehr im Inland.

Extremismus- und Terrorismusabwehr
Im Aufgabenbereich der Extremismus- und Terrorismusabwehr ist es ein wesentliches Ziel, aufgekommene Verdachtsfälle durch eine personenbezogene, operative Bearbeitung zu klären und Extremisten in der Bundeswehr zu identifizieren. Bei Vorliegen tatsächlicher Anhaltspunkte für entsprechende Bestrebungen sammelt die Abteilung II Informationen zum jeweiligen Bundeswehrangehörigen und wertet diese aus. Dabei können neben offenen Ermittlungen auch nachrichtendienstliche Methoden und Mittel eingesetzt werden, wie zum Beispiel menschliche Quellen oder die Observation. Die Erkenntnisse des MAD können dann auch zu disziplinaren bzw. personellen Maßnahmen der zuständigen Stellen führen. Darüber hinaus ist der MAD seit Dezember 2004 mit Angehörigen der Abteilung II fest in die Arbeit des „Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums“ (GTAZ) in Berlin eingebunden. Seit Anfang 2007 gilt dies auch für das dort angesiedelte "Gemeinsame Internetzentrum" (GIZ). Beide Zentren befassen sich mit dem Phänomenbereich des Islamismus. Selbstverständlich ist der MAD mit Angehörigen der Abteilung II auch im "Gemeinsamen Extremismus-Abwehrzentrum“ (GETZ) beim BfV in KÖLN und in der dortigen Koordinierten Internetauswertung (KIA) vertreten. Diese Zentren wurden ab Dezember 2011 aufgebaut und beschäftigen sich nunmehr mit allen anderen als islamistischen Erscheinungsformen des Extremismus/Terrorismus.

Spionage- und Sabotageabwehr
Die Bundeswehr steht sowohl im Inland, als auch bei seinen Auslandseinsätzen im Fokus fremder aufklärender Nachrichtendienste. Diese haben u.a. ein besonderes Interesse an personenbezogenen Daten, Führungsentscheidungen, strategischen sowie taktischen Überlegungen, Einsatzgrundsätzen und der verwendeten Technik in der Bundeswehr. Die Spionage- und Sabotageabwehr des MAD ist für die Abwehr dieser Bedrohungen im Geschäftsbereich des BMVg verantwortlich. Beteiligte Personen werden identifiziert, der Abfluss von Informationen wird unterbunden. Neben der Bearbeitung dieser klassischen Verdachtsfälle umfasst die Spionageabwehr vermehrt präventive Maßnahmen. Diese sollen dazu beitragen, der Bedrohung fremder Nachrichtendienste durch Beratung besonders gefährdeter Dienststellen der Bundeswehr entgegenzuwirken. Um die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu gewährleisten, muss die verwendete Informations- und Kommunikationstechnologie besonders geschützt werden. Die vermehrte Abstützung auf vernetzte IT-Systeme begünstigt dabei die Informationsgewinnung durch Nachrichtendienste fremder Staaten. Aus diesem Grund verfügt der MAD über besondere technische Befähigungen, mit denen er die IT-Sicherheitsorganisation der Bundeswehr unterstützt sowie technisch basierte Spionageaktivitäten aufklärt. Unter anderem durch Beteiligung des MAD am „Nationalen Cyber-Abwehrzentrum“ (CYBER-AZ) wird die Vernetzung auch mit den diesbezüglichen relevanten zivilen Behörden sichergestellt.

Abteilung III - Einsatzabschirmung

Die Bundeswehr beteiligt sich heute an einer Vielzahl von Auslandseinsätzen. Der Schutz der Streitkräfte und ihrer Soldaten im Ausland ist daher auch für den MAD eine der wichtigsten Aufgaben. Ziel des MAD ist es, Schaden von Soldaten, Material und Feldlagern abzuhalten. So trägt er zur Sicherung der Einsatzbereitschaft der Truppe sowie zum Schutz der Angehörigen und der Einrichtungen der deutschen Einsatzkontingente im Einsatz durch Maßnahmen der Abschirmung bei. Dazu entsendet der MAD eigene, speziell ausgebildete Fachleute in die Einsatzgebiete, die die Truppe vor Ort in Angelegenheiten der Sicherheit unterstützen. Um den Einsatz des MAD im Rahmen solcher besonderer Auslandsverwendungen der Bundeswehr zu ermöglichen, hat der Bundestag das MAD-Gesetz im Jahre 2004 ergänzt.

Der MAD im Auslandseinsatz:

  • bearbeitet alle Sachverhalte, die die Sicherheit der Bundeswehrangehörigen im Einsatz beeinträchtigen könnten,
  • sammelt Informationen, um die Sicherheit der Truppe zu erhöhen,
  • erstellt eine Übersicht der Gefährdungsmöglichkeiten, die sogenannte Abschirmlage,
  • berät den Führer des Bundeswehrkontingentes im Einsatz in allen Fragen zur Sicherheit und Abschirmung des deutschen Einsatzkontingentes,
  • arbeitet mit an der Überprüfung von Personen, die für die Bundeswehr tätig werden sollen,
  • unterstützt bei technischen Absicherungsmaßnahmen.

Abteilung IV - Personeller und Materieller Geheim- und Sabotageschutz

Die Abteilung IV gliedert sich in die zwei Aufgabenbereiche Personeller Geheim- und Sabotageschutz (PGS) und Materieller Geheimschutz (MGS).

Personeller Geheim- und Sabotageschutz
Eine Person, die mit einer sicherheitsempfindlichen Tätigkeit betraut und / oder innerhalb einer besonders sicherheitsempfindlichen Stelle des Geschäftsbereiches des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) beschäftigt werden soll, ist einer Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) zu unterziehen. Das SÜG sieht dazu drei Überprüfungsarten und –tiefen, differenziert je nach Art und Umfang des beabsichtigten Zuganges zu Verschlusssachen, vor. Dem MAD ist durch das Gesetz über den Militärischen Abschirmdienst (MADG) und das SÜG die Aufgabe zugewiesen, an entsprechenden Sicherheitsüberprüfungen mitzuwirken. Die Befugnisse und Zuständigkeiten hinsichtlich dieser Mitwirkungsaufgabe konkretisieren das SÜG und eine hierzu erlassene Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr, die A 1130/3. Ebenso werden dort Befugnisse und Zuständigkeiten der am Sicherheitsüberprüfungsverfahren beteiligten weiteren Stellen beschrieben. Im Geschäftsbereich des BMVg sind dies die Sicherheitsbeauftragten und die Geheimschutzbeauftragten. Pro Jahr wirkt der MAD an über 50.000 im Geschäftsbereich BMVg beauftragten Sicherheitsüberprüfungen mit. Davon entfallen ca. 14.000 auf den Bereich des vorbeugenden personellen Sabotageschutzes, der Rest auf den Bereich des personellen Geheimschutzes. Im Durchschnitt werden etwa 17.000 Sicherheitsüberprüfungen jährlich auf Grundlage des seit Juli 2017 gültigen Soldateneinstellungsüberprüfungsgesetztes durchgeführt. Die Mitwirkungsaufgabe des MAD im Rahmen des Sicherheitsüberprüfungsverfahrens wird von der Abteilung IV wahrgenommen. Die Abteilung IV beauftragt die MAD-Stellen mit der Durchführung von Sicherheitsermittlungen und Befragungen, sofern dies aufgrund sicherheitserheblicher Erkenntnisse erforderlich ist. Im Rahmen von Sicherheitsüberprüfungen sind nur offene Datenerhebungen zulässig; die Anwendung nachrichtendienstlicher Mittel und Methoden bei der Datenerhebung ist unzulässig. Überdies darf eine Sicherheitsüberprüfung nur mit der Zustimmung des hier Betroffenen und – soweit vorhanden – einer sog. einzubeziehenden Person (Ehegatte(in) / Lebenspartner(in) / Lebensgefährte(in)) stattfinden. Nach Abschluss aller erforderlicher Überprüfungsmaßnahmen ist zu bewerten, ob sicherheitserhebliche Erkenntnisse vorliegen, die den Einsatz der betroffenen Person in einer sicherheitsempfindlichen Tätigkeit verbieten (Feststellung Sicherheitsrisiko) oder nur mit Einschränkungen / Auflagen zulassen. In diesen Fällen legt der MAD dem zuständigen Geheimschutzbeauftragten ein entsprechendes Votum zur Entscheidung vor. In allen übrigen Fällen teilt der MAD dem Auftraggeber (also dem Sicherheitsbeauftragten) das (positive) Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung unmittelbar mit.

Materieller Geheim- und Sabotageschutz
Materieller Geheim- und Sabotageschutz Der Aufgabenbereich Materieller Geheim- und Sabotageschutz (MGS) wirkt mit bei technischen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von geheimhaltungsbedürftigen Tatsachen, Gegenständen und Erkenntnissen gegen die Kenntnisnahme durch Unbefugte. Des Weiteren führt der Aufgabenbereich MGS Beratungen der Dienststellenleiter sowie der Funktionsträger für Militärische und IT-Sicherheit der Bundeswehr in allen Absicherungsangelegenheiten durch. Durch den MAD werden jährlich rund 2.000 Absicherungsberatungen mit dem Ziel der Realisierung von baulichen und technischen Absicherungsmaßnahmen durchgeführt. Hierzu zählen neben der unmittelbaren Beratung von Dienststellenleitern der Bundeswehr und gefährdeten Angehörigen des Geschäftsbereichs BMVg auch die Mitarbeit in den Kommissionen für Bewachung und Absicherung (KomBA) der Wehrbereiche sowie die Beratung bei Rüstungsprojekten. Zusätzlich findet eine intensive Mitarbeit bei den Projektgruppen im Verfahrensgang „Betreibermodell Absicherung“ zur personal- und kostensparenden Bewachung von Bundeswehrliegenschaften statt. Das Mitwirken in der "Beratungsgruppe Absicherung und Schutz Ausland" (ASA) sowie die Durchführung von Maßnahmen der Lauschabwehr, komplettieren das Fähigkeitsprofil des Aufgabenbereiches. Letztgenannte Maßnahmen werden in zunehmendem Maße bei den Einsatzkontingenten der Bundeswehr durchgeführt. Darüber hinaus gewährleisten die Lauschabwehr-Trupps die Abhörsicherheit von Spitzenveranstaltungen der Bundeswehr. Durch konzeptionelle Beratung von Funktionsträgern der Militärischen und IT-Sicherheit im BMVg und auf Kommandoebene, sowie durch die Beratung in den Integrierten Projektteams (IPT) im Bedarfsdeckungsprozesses von Rüstungsprojekten, zu Absicherungsmaßnahmen des Materiellen Geheim- und Sabotageschutzes, ist es möglich, frühzeitig Schwachstellen zu identifizieren und erkannte Sicherheitslücken zu schließen. Auf der Grundlage von Gefährdungsanalysen werden in Absicherungsempfehlungen für jedes Schutzobjekt oder sicherheitsempfindlichen Punkt Schutzziele definiert und baulich-technische, organisatorische und personelle Maßnahmen zur Erreichung des jeweiligen Schutzzieles festgelegt. Die Wirksamkeit der Absicherungsmaßnahmen, aber auch deren Wirtschaftlichkeit spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus unterstützt der Bereich Delaborierung die beiden Dienstsitze des Bundesministeriums der Verteidigung durch die vorbeugende röntgenologische Postuntersuchung für die politische Leitung und militärische Führung dieser oberen Bundesbehörden sowie durch die Absuche von Veranstaltungsbereichen hochwertiger Veranstaltungen auf eingebrachte Spreng- und Brandmittel. Dazu zählt die Abwehr behelfsmäßiger / unkonventioneller Sprengvorrichtungen einschließlich deren Beseitigung / Delaborierung im Verdachtsfall.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 04.07.18


http://militaerischerabschirmdienst.de/portal/poc/mad?uri=ci%3Abw.mad.ueberuns.gliederung